Leseliste Februar

[Werbung durch Produktnennungen und Affiliate-Links. Teilweise wurden mir die Bücher kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt, was meine freie, ehrliche Meinung jedoch nicht beeinträchtigt.]

Huch, der halbe März ist vorüber, neue Bücher sind bereits gelesen und die alten noch gar nicht hier veröffentlicht, na nun aber schnell:

Roman Klementovic – Wenn das Licht gefriert

Inhalt:

Seit 40 Jahren schon ist Elisabeth mit Friedrich verheiratet – glücklich, trotz einiger Schicksalsschläge. Auch seine Alzheimererkrankung kann ihre Liebe nicht erschüttern. Doch eines Abends ist er besonders verwirrt. Während eines TV-Beitrags über den seit 22 Jahren ungeklärten Mord an der besten Freundin ihrer Tochter gibt er Verstörendes von sich. Er erwähnt Details, die er gar nicht kennen dürfte. In Elisabeth regt sich ein schlimmer Verdacht …

Mein Eindruck:

Bücher, die mit dem Ende beginnen. Anfangs dachte ich immer das kann nicht funktionieren, wo bleibt denn da die Spannung? Nach einigen Exemplaren, die sich dieser Technik bedienen, muss ich aber zugeben, dass das aus mehreren Gründen sehr wohl geht. Zum einen vergisst man einfach im Zuge des Lesens, wie der Anfang überhaupt war, da man Protagonisten noch nicht kennt, der weitere Verlauf des Buches ganz woanders anknüpft (so geht es mir jedenfalls). Was dann aber hängen bleibt, sorgt definitiv zu einem genialen Spannungsbogen, denn wenn man doch noch im Kopf behält, was anfangs geschrieben stand, fragt man sich das komplette Buch über, wie es wohl zu dieser Situation kommen mag. Wenn der Autor diese Szene geschickt wählt, schürt sie lediglich die Neugier und verrät noch nicht zu viel. So auch in diesem Buch, bei dem so viele Szenarien und Verdächtige ihre Berechtigung finden, dass es einfach nie langweilig wird. Zudem bleibt es bis zum Ende überraschend. Ob es jetzt sehr realistisch ist, steht in den Sternen, jedoch fühlte ich mich sehr unterhalten und habe das Ende so nicht kommen sehen. So soll es sein!

Haruki Murakami 1Q54 (Buch 1, 2)

Inhalt:

1984. Aomame hat zwei verschieden große Ohren. Beim Rendezvous mit einem reichen Ölhändler zückt sie eine Nadel und ersticht ihn – ein Auftragsmord, um altes Unrecht zu sühnen. Tengo ist Hobby-Schriftsteller. Er soll einen Roman der exzentrischen 17-jährigen Fukaeri überarbeiten, damit sie einen Literaturpreis bekommt. Der Text ist äußerst originell, aber schlecht geschrieben – ein riskanter Auftrag. Aomame wundert sich, warum die Nachrichten ihren Mord nicht melden. Ist sie in eine Parallelwelt geraten? Um diese Sphäre vom gewöhnlichen Leben im Jahr 1984 zu unterscheiden, gibt Aomame der neuen, unheimlichen Welt den Namen 1Q84.

Mein Eindruck:

In gewohnter Haruki Murakami-Manier wird sicher wieder sehr viel Zeit für die einzelnen Charaktere und deren Geschichten genommen. Wer gerne liest und sich von dicken Büchern nicht abschrecken lässt, kommt hier wieder voll auf seine Kosten. Es macht einfach einen Unterscheid, wenn man sich Zeit lässt für die Details und völlig unaufgeregt durchs Buch wandert. Auch wenn die Thematik einer Fiktion und unrealistischen Geschichte normalerweise nicht meinem Geschmack entspricht, feiere ich dieses Buch wieder hart! Wie Haruki Murakami den Leser in Geschichten zieht, ist einmalig. Da wurde ich auch hier wieder nicht enttäuscht, sodass ich im Anschluss direkt in die Fortsetzung gestartet bin.

Don DeLillo – Die Stille

Inhalt:

New York im Jahr 2022: Es ist der Super Bowl Sunday. In einer Wohnung auf der East Side von Manhattan wollen fünf Menschen gemeinsam das Finale der American Football-League im Fernsehen anschauen. Die emeritierte Physikprofessorin, ihr Mann und ihr früherer Student warten auf die Ankunft eines befreundeten Paares, das gerade auf dem Rückflug von Paris ist. Die Gespräche drehen sich um Einsteins Relativitätstheorie, ein Überwachungsteleskop im nördlichen Chile und eine besondere Bourbon Marke.
Und dann passiert etwas Seltsames – auf einmal brechen alle digitalen Verbindungen ab. Sämtliche Bildschirme werden schwarz. Tiefschwarz. Die Freunde treffen ein, ihr Flug war dramatisch. Verwunderung, Erschütterung, Mutmaßungen. Die fünf versuchen sich einen Reim auf das rätselhafte, beängstigende Geschehen zu machen. Sie tauchen tief ein in das Wesen der Zeit, in die Essenz der menschlichen Existenz.

Mein Eindruck:

Beim Lesen des Buches habe ich mich vermehrt gefragt, ob ich einfach nicht intellektuell genug für den Schreibstil bin oder ob es einfach überhaupt gar nicht meines ist. Mir war es ein Stück weit zu literarisch, bildhaft und fern der Realität. Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht unterschiedlicher Personen erzählt, die sich in der Zusammenkunft gipfeln. Dem einen Erzählstrang konnte ich noch etwas abgewinnen, aber spätestens als alle zusammentrafen war auch das vorbei.Es mag ein literarisches Meisterwerk sein – jedoch habe ich dann leider kein Verständnis dafür. Was das Buch jedoch geschafft hat ist, eine wirklich düstere, bedrohliche Stimmung in mir zu erzeugen. Man fühlt sich hilf- und haltlos beim Lesen. Das muss ein Autor ja auch erstmal schaffen.

A.J. Park – The First Lie

Inhalt:

Paul Reeve ist auf dem Sprung zu einer großen Karriere als Anwalt, doch als er eines Tages nach Hause kommt, findet er seine Frau blutüberströmt vor. Sie hat mit einem Brieföffner in ihrem Bad einen Einbrecher getötet – aus Notwehr, wie sie behauptet. Paul sieht seine Karriere in höchster Gefahr und beschließt, zu handeln: Die Leiche muss aus dem Haus. Doch das ist nur die erste Lüge, auf die er und seine Frau Alice sich einlassen, und dann steht plötzlich die Polizei vor der Tür …

Mein Eindruck:

Ein Buch, welches mir wirklich schwer fällt zu bewerten. Es war wirklich spannend, lies sich gut lesen und wurde auch nicht langweilig, aber dennoch haben mich die Protagonisten irgendwie genervt. Ich kann gar nicht genau sagen, an was sich das festmachen lässt, jedoch war deren Agieren eventuell so weit ab von meinem Verständnis, dass ich einfach keine Verbindung mit ihnen aufbauen konnte. Die Story ist schon sehr abstrakt, was ja aber nicht unbedingt negativ ist. Es wird gut erzählt, der Perspektivwechsel der einzelnen Figuren mit deren Gedanken und Gefühlen gefällt mir sogar sehr. Auch das Ende ist meiner Meinung nicht vorhersehbar (kommt mir aber auche in wenig zu rasch und fällt danach einfach ab). Dennoch konnte ich mich irgendwie nicht so richtig für das Buch erwärmen. Leider ein Lesevergnügen, welches ich mit dem Zuschlagen des Buchdeckels schnell wieder vergessen werde.

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