Bücherliste Juli

Janet Fitch – Weißer Oleander

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Inhalt:

Der weiße Oleander blüht in Kalifornien im Hochsommer. Dann, wenn die Hitze unerträglich erscheint. Für die zwölfjährige Astrid beginnt zu dieser Zeit eine ruhelose und dramatische Odyssee von Pflegefamilie zu Pflegefamilie. Ihre Mutter, eine exzentrische Schriftstellerin, die zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt ist, vermag weiterhin einen dominanten Einfluss auf sie auszuüben. Erst allmählich gelingt es dem sensiblen und klugen Mädchen, einen eigenen Platz im Leben zu finden. Es zeigt sich, dass Astrid so stark wie der weiße Oleander ist, der selbst dann blüht, wenn man ihn immer wieder verpflanzt.

Mein Eindruck:

Das Buch hat mich wirklich gefesselt – man sollte doch immer mal wieder auf Bestseller zurückgreifen. Ein großartiges Werk, welches sich einbrennt. Die Geschichte der Protagonistin ist an sich schon fesselnd, prägend und lesenswert, doch die Beleuchtung der einzelnen Charaktere sucht seinesgleichen. Man erstellt direkt zu allen Personen psychologische Profile und staunt über vielschichtigen Personen und Verbindungen zueinander, die alle das Leben und Handeln der Protagonistin prägen. Besonders spannend ist die allgegenwärtige Beziehung zu Ihrer Mutter, die sich im Laufe des Aufwachsens und der unterschiedlichen Lebenssituationen wandelt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bin hellauf begeistert, eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr bisher gelesen habe.

 

Gardner McKay – Toyer

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Inhalt:
„Ein Leckerbissen für alle Kenner des Genres.“
New York Times
„Undenkbar wirkungsvoll, spannend, verwegen: In ‚Toyer‘ sehen wir uns einer Reihe von unschuldigen Opfern gegenüber, die in die Venusfliegenfalle eines Wahnsinnigen getappt sind, der so listig ist wie Richard III und so manisch wie Hannibal Lecter.“
Jimmy Buffett

Mein Eindruck:

Die Story ist gut, die Umsetzung eher suboptimal. Erst dachte ich, an dem Buch störe mich die alte Rechtschreibung (tatsächlich bereits ungewohnt zu lesen). Dann merkte ich aber immer mehr, dass es an dem Schreibstil des Autors lag. Die Story ist gut und einfallsreich, jedoch zu plump und einfach geschrieben. Die Sätze irgendwie nicht eingängig und teilweise ist man davon einfach genervt. Da ich jedoch jedes angefangene Buch auch zu Ende lese, habe ich das auch hier durchgezogen, denn originell war die Geschichte um den Serientäter schon. Manches ist mir persönlich jedoch zu überzogen und unrealistisch, auch wenn das Ende nochmal überrascht, kann ich es das ganze Buch so nicht abnehmen. Lustig jedoch war z.B. die Szene, in der beschrieben wird, was ein Passwort sei, dass große Unternehmen Daten damit schützen würden. Auch von Disketten war die Rede, herrlich, das Buch ist halt aus den 70ern. Alles in allem ist es jedenfalls ein Buch, welches nicht in mein Bücherregal schaffen wird. Vielleicht findet es in der öffentlichen Bücherzelle einen neuen Leser.

 

Markus Barth – Der Genitiv ist dem Streber sein Sex

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Inhalt:

Was für großartige Zeiten! Überall Smartphones, Einrichtungsshows, Wellnesstees. Für jedes Problem gibt es ein Internetportal, deine Joggingklamotten rennen fast von allein, und beim Reden und Schreiben hilft Bastian Sick. Also alles super? Bestimmt. Aber bevor Markus Barth beruhigt die Füße hochlegt, hätte er noch ein paar Fragen: Warum haben die Versender von Spam unsere E-Mail-Adressen, aber kein Rechtschreibprogramm? Ist es okay, Fleisch von glücklichen Tieren zu essen, oder sollte man lieber die unglücklichen schlachten? Und warum fühlt sich dieses rundum verbesserte Leben 2.0 so gar nicht besser an als das Leben zuvor?

Mein Eindruck:

Was habe ich über dieses Buch gelacht! Ich wurde manches Mal beim Lesen eigenartig angeschaut, da mir ein belustigtes Glucksen entfleuchte. Wundervolle Beobachtungsgabe des modernen Alltags. Dabei steht jedes kurze Kapitel für sich, weshalb sich das Buch wunderbar zwischendurch lesen lässt. Dabei erkennt man die vielen Situationen wieder, lacht, weil man genauso auch reagiert oder weil einem vors Auge geführt wird, wie selbstverständliche Abläufe tatsächlich von Statten gehen. Wer nicht über sich selbst lachen kann, mit dem möchte man doch gar nichts zu tun haben. Einfach nur herrlich und eine klare Empfehlung!

 

Marion Schreiner – Das blaue Haus

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Inhalt:

Wir alle dachten, dass Dane Gelton tot sei. Alles deutete darauf hin, und niemand hegte irgendwelche Zweifel. Ich hatte ein letztes Gespräch mit ihm geführt und seinen Amoklauf hautnah miterlebt. Er wurde gefasst und in eine Psychiatrie eingewiesen. Seine Frau Sarah hatte ihn dort wochenlang besucht, bis er am 18. Dezember 1996 vor ihren Augen verstarb. Sein Arzt, Dr. Brickson, hatte seinen Tod bestätigt. Das Beerdigungsinstitut Peace by Pearson hatte ihn unter die Erde gebracht. Was also sollte uns in Zweifel stürzen? Doch wie immer war alles, was Dane Gelton in seinem Leben getan hatte, eine Täuschung. Nur den alten Ragee konnte er nicht täuschen …

Mein Eindruck:

Die Story an sich ist schon sehr weit hergeholt. Wie kann ein Komapatient seinen eigenen Tod vortäuschen und aus der Leichenhalle türmen ohne erwischt zu werden? Dies kann man jedoch verzeihen, wenn das Buch ansonsten einfach fesselt und begeistert. Tat dieses jedoch nicht. Die Charaktere sind aufgesetzt, unrealistisch und teilweise extrem nervig (vor allem die Frauen!). Auch das Ende befriedigt nicht, selbst hier schüttele ich mit dem Kopf und frage mich, warum sich alles auf den dritten Teil der Buchreihe ausrichtet? Also ich habe keine Lust diesen zu lesen.

 

Subina Giuletti – Herzbauchgefühl

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Inhalt:

Greta führt ein Leben auf der Überholspur. Sie will Erfolg und sie will Luxus. Dafür ist sie bereit, so einiges zu stemmen und baut sich ein Leben nach ihren Vorstellungen auf. Kurz vor dem Erreichen ihrer wichtigsten Ziele kommt es zu einem folgenschweren Zusammentreffen, dem sie all die Jahre aus dem Weg zu gehen versucht hat. Ereignisse wie Erkenntnisse stürzen auf sie ein.
Kopflos bucht sie einen Flug nach Indien. Doch schon bei der Zwischenlandung in London kommt es zur nächsten schicksalshaften Begegnung, die ihr Leben umso mehr durcheinander bringt und sie auf völlig andere Wege führt. Für sie beginnt die turbulenteste – und intensivste – Zeit ihres Lebens.

Mein Eindruck:

Das Buch wurde mir empfohlen, also wollte ich dieser Empfehlung auch nachkommen. Anfangs fand ich es ein wenig dahintröpfelnd, nett geschrieben, aber nichts herausragendes. Doch im Laufe der Geschichte wird es tiefgründig, schockierend und aufwühlend, das hätte ich vom Buch gar nicht erwartet. Die Geschichte der Protagonistin wird von hinten nach vorne aufgerollt, sodass der Anfang des Buches so gar nichts mehr mit dessen Ende zu tun hat. Außerdem bleiben viele Erzählstränge offen, sodass einem kaum etwas anderes übrig bleibt, als den Nachfolgeroman zu lesen. Finde ich persönlich etwas nervig. Ich mag Romane, die auf andere aufbauen, doch hier hört die Geschichte tatsächlich einfach abrupt auf. Da fühle ich mich doch ein wenig veräppelt. Hätte auch locker ein dickeres Buch mit beiden Teilen als Gesamtes geben können. So kann ich nämlich noch gar nicht richtig beurteilen, wie ich die Story finde, ohne dass ich das ganze „Drumherum“ verstehen kann. Jedoch wurde ich schon so angefixt, dass ich den zweiten Teil lesen werde.

 

 

2 Kommentare zu „Bücherliste Juli

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    1. Das Beste aus der Liste war definitiv „Weißer Oleander“. Tatsächlich geht „Herzbauchgefühl“ in eine ähnliche Richtung, auch wenn man das erst gar nicht denkt und man vermutlich erst noch den zweiten Teil dazu benötigt.

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