Leseliste Januar

[Werbung durch Produktnennungen und Affiliate-Links. Teilweise wurden mir die Bücher kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt, was meine freie, ehrliche Meinung jedoch nicht beeinträchtigt.]

Martin Suter – Small World

Inhalt:
Erst sind es Kleinigkeiten: Konrad Lang legt aus Versehen seine Brieftasche in den Kühlschrank. Bald vergisst er den Namen der Frau, die er heiraten will. Je mehr Neugedächtnis ihm die Krankheit –Alzheimer – raubt, desto stärker kommen früheste Erinnerungen auf. Und das beunruhigt eine millionenschwere alte Dame, mit der Konrad seit seiner Kindheit auf die ungewöhnlichste Art verbunden ist.

Mein Eindruck:
Ein Buch mit mehr Tiefe, als man anfangs zu vermuten vermag. Scheint es doch vorrangig um die tückische Krankheit Alzheimer zu gehen, steckt auf den zweiten Blick noch viel mehr dahinter. Wir begleiten Conrad auf seinem Weg in die Tiefen der Krankheit, von anfänglich vergessenen Einkäufen bis hin zum Vergessen nahestehender Personen. Allein der Erzählstrang macht ein tolles Buch her, doch zudem gesellt sich ein Geheimnis, welches die Familienbande und Beziehungen untereinander ganz neu in Frage stellt. Ich habe nicht mit dem Ende gerechnet und genau das mag ich.

Anne Freytag – Das Gegenteil von Hasen

Inhalt:

Sie sind in derselben Jahrgangsstufe und trotzdem in verschiedenen Welten. Julia, Marlene und Leonard im Zentrum der Aufmerksamkeit, der Rest irgendwo in ihrer Umlaufbahn. Dann geschieht etwas, das alles verändert: Eines Morgens macht plötzlich eine Internetseite die Runde, die bis dato auf privat gestellt war. Darauf zu finden sind Julias ungefilterte Gedanken, Bomben in Wortform, die sich in kürzester Zeit viral verbreiten. Es sind Einträge, die ein ganz anderes Bild des beliebten Mädchens zeigen, das alle zu kennen glauben. Wer hinter der Aktion steckt, ist zunächst unklar, doch nach und nach kommt heraus: Gründe dafür hätten einige.

Mein Eindruck:

Bin normalerweise nicht unbedingt der Fan von Jugendbüchern, oft nerven mich die Gedankengänge der Protagonisten oder deren Tun und Handeln. Das war bei diesem Buche einfach komplett anders. Es ist so einfühlsam, ehrlich und wundervoll beschrieben, wie die Teens agieren, was in deren Köpfen vorgeht und welche Träume und Ängste sie haben. Ich konnte mich direkt wieder in mein junges Ich zurückversetzen und spürte förmlich wieder, wie es mir damals so erging. Zudem thematisiert das Buch Mobbing, welches immer brisanter wird. Die Theamtik gab es zwar auch zu meiner Zeit, jedoch hat sich durch die neuen Medien einiges in der Richtung gewandelt. Alles in allem ein Buch mit Tiefgang, kein unrelavantes Teenager-Geplänkel. Klasse!

Lilly Bernstein – Trümmermädchen

Inhalt:

Köln, 1941. Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar. Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein. Doch mit dem Krieg kommt das Unglück: Matthias wird eingezogen und die Bäckerei bei Luftangriffen zerstört. Während Köln in Trümmern liegt und vom kältesten Winter des Jahrhunderts heimgesucht wird, schließt Anna sich in ihrer Not einer Schwarzmarktbande an und steigt zur gewieftesten Kohlediebin der Stadt auf. Als sie am wenigsten damit rechnet, verliebt sie sich – eine verbotene Liebe mit gefährlichen Folgen. Von Kälte, Hunger und Neidern bedroht, halten Anna und ihre Tante verzweifelt an dem Traum fest, die Bäckerei wiederaufzubauen. Und an der Hoffnung, dass die Männer, die sie lieben, irgendwann zu ihnen zurückkehren.

Mein Eindruck:

Mir wurde dieses Buch empfohlen und ich bin dem Tipp nachgegangen – zum Glück! Ich lese des Öfteren Bücher mit der Theamtik des zweiten Weltkrieges, dieses handelte aber mal von den Jahren danach, mit welchen Herausforderungen die Menschen auch nach dem Krieg zu kämpfen hatten. Dies alles erfahren wir aus der Sicht einer kleinen Familie, die in Köln (Herzensstadt!) wohnt. Das Buch liest sich beinahe wie eine Biografie, man denkt gar nicht, dass es fiktiv ist. Damit sieht man aber auch, wie gut es die Autorin versteht, die Leser in die Vergangenheit zu katapultieren und wie wundervoll und echt sie die Charaktere gezeichnet hat. Ich mochte das Buch sehr sehr gerne. Oft enden die Erzählungen mit dem Ende des Krieges, doch daraufhin war noch lange nicht alles wieder rosig. Das Buch erweitert das Verständnis für die Nachkriegszeit und zeigt im Besonderen auf, was die Frauen, deren Männer im Krieg geblieben sind, zu leisten hatten.

Tom Barbash – Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens

Inhalt:

Dieser Roman ist eine Hommage an das New York der späten Siebzigerjahre: das Showbusiness boomt, die Hochzeit des Fernsehens ist angebrochen, die Kennedys kämpfen erneut um den Posten des Präsidenten der Vereinigten Staaten und Yoko Ono wird weiterhin für das Aus der Beatles verantwortlich gemacht. Mittendrin: Familie Winter. Wir schreiben das Jahr 1979 in New York City, als der 23-jährige Anton Winter zurück vom Freiwilligendienst in Afrika wieder nach Hause ins berüchtigte New Yorker Dakota Building zieht. Antons Vater ist der berühmte Late-Night-Show-Moderator Buddy Winter. Er hatte erst kürzlich einen Zusammenbruch live im Fernsehen erlitten, jetzt soll Anton seinem Vater wieder auf die Beine helfen, genauer gesagt: seiner Karriere. Eine Mission, bei der ihm solch illustre Persönlichkeiten wie Johnny Carson, Ted und Joan Kennedy – allesamt Bekannte der Winters – helfen könnten. Doch der größte Hoffnungsträger für Anton ist Nachbar und Freund John Lennon, denn mit einem Comeback der Beatles in Buddys neuer Show würden die Einschaltquoten durch die Decke gehen. Je mehr Anton jedoch in die berufliche und spirituelle Neuerfindung seines Vaters involviert wird, desto mehr stellt er seinen eigenen Weg infrage.

Mein Eindruck:

Ein Buch wie ein Herbsttag, kann ganz schön sein, aber irgendwie auch schnell wieder vergessen werden, wenn nicht gerade die Sonne auf das bunte Laub scheint. So ging es mir beim Lesen des Buches, es war irgendwie ganz nett, mehr aber auch leider nicht. Manche Kapitel haben mir richtig gut gefallen, andere wieder weniger. Die Geschichte hat mich einfach nicht richtig gepackt, es gab viele Charaktere, die jedoch nichts zur Erzählung beigetragenen haben und die Protagonisten wurden mir nicht tief genug gezeichnet. Da hätten mehr Emotionen nicht geschadet. Seichte Leseunterhaltung, die ich nach dem Zuklappen des Buches jedoch auch schnell wieder vergessen werde.

John Katzenbach – Der Bruder

Inhalt:

Für die junge Architektur-Studentin Sloane Connolly ist es ein schwerer Schlag, als ihre exzentrische Mutter spurlos verschwindet. Sloane hat sonst niemanden, ist fast völlig isoliert aufgewachsen.
Zur selben Zeit erhält sie über einen Anwalt ein merkwürdiges Angebot: Ein reicher Mäzen möchte, dass Sloane Denkmäler für sechs Personen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben, entwirft. Allerdings sind alle sechs bereits verstorben, und das nicht an Altersschwäche. Sloane nimmt den Auftrag an, um sich von der Sorge um ihre Mutter abzulenken – und ahnt nicht, auf was für ein perfides Spiel sie sich einlässt …

Mein Eindruck:

Puh. Das war leider nicht so, wie ich das Lesevergnügen von Katzenbach kenne. Machen wir uns nichts vor, bei einem 600 Seiten Buch erwartet man gewisse Ausführungen und Liebe zum Detail. Ich mag es, wenn Charaktere nicht nur oberflächlich gezeichnet werden. Wenn der komplette erste Teil des Buches jedoch dermaßen detailliert beschrieben wird, obwohl er nur am Rande in dieser Art relevant für die Hauptstory des Buches ist, dann ist es für mich einfach too much. Es hat sich sehr gezogen und zu diesem Zeitpunkt war mir noch gar nicht klar, dass darin gar nicht das grooße Ganze lag. Das Buch hätte man in 300 Seiten vermutlich ebenso schreiben können und womöglich wäre meine Kritik dann etwas besser ausgefallen. Story erst sehr langatmig, ich war auf der Suche nach Spannung. Protagonisten für mich nicht nachvollziehbar in ihrem Tun und hin und wieder auch ziemlich nervig. Ende sehr weit her geholt und auch nicht wirklich zufriedenstellend. Sorry, aber das kenne ich tatsächlich besser von Katzenbach.

Das war ein eher durchwachsener Lesemonat.

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