Bücherliste Juni

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Ein bewegender Lesemonat liegt hinter mir. Zum einen war er mit 10 Büchern recht stark, zum anderen waren wirklich ein Paar Perlen unter den gelesenen Exemplaren. Aber macht euch selbst ein Bild!

 

Claire Douglas – Vergessen*

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Inhalt:

Nach dem Selbstmordversuch ihres Mannes ist Kirsty am Boden zerstört. Ein Neuanfang in ihrer alten Heimat Wales scheint daher perfekt. Dort, in einem abgeschiedenen alten Pfarrhaus, will sie eine kleine Pension eröffnen. Doch dann taucht wie aus dem Nichts Selena auf. Die Frau, die sie nie mehr in ihrem Leben hatte wiedersehen wollen. Kirsty ist außer sich: Was will Selena von ihr? Und warum findet Kirsty plötzlich jeden Morgen einen verwelkten Blumenstrauß vor der Haustür? Noch bevor sie Selena zur Rede stellen kann, wird diese ermordet. Und Kirsty weiß, dass die Wahrheit von damals nun endlich ans Licht kommen muss …

Mein Eindruck:

Was soll ich sagen, das Buch lies sich definitiv gut und schnell durchlesen. Der Schreibstil ist flüssig, die Story spannend. Ich mag, dass man nicht sofort weiß, wohin die Reise geht. Sind hier übersinnliche Kräfte am Werk? Wird Dingen Aufmerksamkeit bemessen, die am Ende vielleicht doch nicht relevant waren? Während des Lesens formen sich einige Szenarien zu Bildern, man hat diverse Lösungen im Kopf. Doch ist die richtige dabei? Es bleibt bis zuletzt spannend, dennoch gibt es Abzüge. Für meinen Geschmack war die Protagonistin Kirsty ein wenig nervig. Ihre Gedankengänge erschienen mir manches mal zu naiv, ich kann gar nicht genau sagen, was mich an ihr eher genervt hat. Ihre Unsicherheit, gepaart mit typischen Klischees vermutlich. Die komplette Story ist wohl auch ziemlich weit hergeholt, doch das empfinde ich nicht weiter als schlimm. Bin ich mit der Auflösung des Buches zufrieden? Ja! Mag ich das Ende? Irgendwie nein.

 

Arno Strobel – Der Sarg*

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Inhalt:

Köln wird durch eine Reihe fürchterlicher Verbrechen erschüttert. Jemand entführt mehrere Frauen und begräbt sie bei lebendigem Leib. Der Täter spielt der Polizei Hinweise zu, doch wenn ein Grab gefunden wird, ist die Frau darin bereits tot. Erstickt. Zur gleichen Zeit hat eine junge Frau einen immer wiederkehrenden Traum. Sie wacht in einem Sarg auf, sie ist gefangen, hilflos, panisch. Sie kämpft, will sich befreien und liegt irgendwann einfach wieder in ihrem Bett. Als sei nichts geschehen. Doch da sind Blutergüsse und Kratzspuren an ihren Händen, Armen und Beinen…

Mein Eindruck:

Eine krasse Szenerie: Eva fühlt, als befände sie sich in einem Sarg, wacht aber in ihrem eigenen Bett auf. Diese Szenerie wiederholt sich mehrfach und Eva weiß nicht mehr was Traum und Realität ist. Zeitgleich werden mehrere Frauen tot in einem Sarg aufgefunden. Blutergüsse und Kratzspuren lassen Eva beinahe verzweifeln und machen das Erlebte für einen Traum zu real. Die Findung der Wahrheit ist sehr spannend, man lernt unterschiedliche Charaktere kennen, die scheinbar mit den Verbrechen zusammenhängen. Ich tappte bis zum Ende des Buches im Dunkeln und konnte mir eine Lösung erst sehr spät zusammenreimen. Einen kleinen Abzug gibt es meinerseits, weil die Auflösung des Buches ein wenig abrupt kam und auch zu schnell abgehandelt wurde. Hier hätte ich mir etwas mehr Aufmerksamkeit und Detailliebe für den Schluss gewünscht.

 

Graham Swift – Da sind wir*

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Inhalt:

Jack Robbins und Ronnie Dean sind Freunde, beide träumen vom Ruhm – Jack als Entertainer, Ronnie als Zauberer. Nach ihrer Militärzeit lassen sie endlich das berüchtigte Londoner East End hinter sich: Im mondänen Seebad Brighton steigen sie Ende der Fünfzigerjahre ins flirrende Showgeschäft ein. Als die bezaubernde Evie White zu ihnen stößt, kommt der ganz große Erfolg, und aus den Freunden werden Rivalen. Denn Evie – erst Ronnies Assistentin, später seine Verlobte – beginnt eine Affäre mit Jack. Wenig später verschwindet Ronnie während eines Auftritts und bleibt unauffindbar. Als könnte er wirklich zaubern.

Mein Eindruck:

Ein Buch, welches einfach anders ist. Anders von der Sprache, anders vom Erzählstil, anders vom Inhalt. Zwei Freunde lieben die gleiche Frau, der eine verlobt sich mit ihr, der andere heiratet sie. Der Leser begleitet die drei Protagonisten auf den unterschiedlichen Lebenswegen. Von einem erfahren wir die komplette Kindheit, einer bleibt bedeckt und wird eher durch die Beziehung der anderen beleuchtet, die wir in der Gegenwart und in der Vergangenheit kennenlernen. Man weiß nie so genau, wohin die Reise im nächsten Abschnitt geht, erfahren wir etwas über den Zauberer Pablo, über seine Assistentin Eve oder über den flinken Jack. Die Geschichte der drei wird von einem Erzähler dargeboten, was die Charaktere für mich distanzierter macht, ich bin eher außen vor und nicht mitten im Leben der drei. Das Buch ist tragisch, geheimnisvoll und schnell zu Ende gelesen. Die Lebensgeschichten der drei Freunde ist zügig erzählt, durch die Beleuchtung aus Evies Sicht bekommen die Charaktere mehr Tiefe. Man spürt Ängste, Schmerz und Narben auf der Seele, Freuden und Gefühle. Das Ende kommt plötzlich und ist eher offen gestaltet. Mich hat der Roman nicht wirklich gepackt, mag er auch noch so außergewöhnlich in seinem Stils sein. Ich fühlte mich ein wenig von Hauptfigur zu Hauptfigur geschubst, konnte ihnen keine Sympathien verteilen und war ein wenig hilflos im Buch gefangen. Wer den Klappentext liest, erwartet eine Entführung in den Showbiz, Spannung, einen Showdown und erhält doch nichts anderes, als den Klappentext.

 

Taylor Jenkins Reid – Daisy Jones & The Six*

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Inhalt:

Daisy Jones, jung, schön, von ihren Eltern vernachlässigt, hat eine klare Stimme und einen starken Willen: Sie möchte mit ihren eigenen Songs auf der Bühne stehen. Als sie zum ersten Mal gemeinsam mit THE SIX auftritt, ist das Publikum elektrisiert von ihr und Billy, dem Leadsänger der Band. Die beiden zusammen sind nicht nur auf der Bühne explosiv und führen die Band zu ihrem größten Erfolg, auch Backstage sprühen die Funken …

Mein Eindruck:

WOW! Ein Buch wie eine Achterbahnfahrt. Einmal eingestiegen, ging die Fahrt rasant los, man musste vor Freude jubeln und schreien und wurde voller Endorphine wieder rausgelassen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und bin absolut angetan. Liegt es an der Thematik der Musik, die auch in meinem Leben so unglaublich wichtig ist? Liegt es am interessanten Erzählstil in Form eines Interviews? Liegt es am Traum, selbst als Sängerin auf der Bühne zu stehen? Liegt es an der faszinierenden Zeit der Seventies? Ich glaube das alles fließt mit in die Begeisterung, das Buch ist einfach eine absolute Perle! Wir begleiten eine aufstrebende Band, gehen mit ins Studio, auf Tour, erleben den Schaffensprozess eines Albums und erfahren gleichzeitig aber auch, wie hart der Showbiz sein kann, womit sich die Bandmitglieder herum schlagen müssen, ob privat, untereinander oder bei Sex, Drugs & Rock´n´Roll. Alle Klischees werden erfüllt, sind aber dennoch nicht langweilig. Die Charaktere sind vielschichtig und jeder hat sein Päckchen zu tragen, die Beziehungen untereinander sind toll herausgearbeitet und mit jeder Seite fühlt man sich mehr mit den Protagonisten verbunden. Ich wollte gar nicht wahrhaben, dass die Band lediglich Fiktion für das Buch sein soll. Ich habe mich zwischendurch erwischt, wie ich das Netz durchforstete und so gerne die Lieder gehört, die Band in Aktion erlebt hätte. So realistisch ist die Story, dass ich Fiktion und Realität immer wieder aufs Neue in Frage stellte. Die Lieder des Albums sind am Ende des Buches sogar alle mit dem kompletten Text niedergeschrieben, es fehlten nur noch die Melodien. Die ganze bunte, schillernde Glamourwelt hat sich vor meinem geistigen Auge sehr detailreich aufgebaut, ich bin komplett im Buch versunken und komme auch nicht aus dem Schwärmen heraus, obwohl ich das Buch längst zur Seite gelegt habe. Das ist definitiv eines der Werke, die ich nie vergessen werde. Danke an die Autorin, danke für dieses Leseerlebnis. Danke!

 

David Rawlings – Der Gepäckträger*

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Inhalt:

Drei Menschen nehmen denselben Flug – und den falschen Koffer vom Gepäckband!
Der dreifachen Mutter Gillian Short graut es vor dem Besuch bei ihrer perfekten Schwester Becky. Dem ehrgeizigen Geschäftsmann David Byrne droht der Verlust seines Jobs – und seiner Frau.  Der talentierte Michael Downer erhofft sich ein Sportstipendium, obwohl er eigentlich von einem Leben als Künstler träumt. Drei verwechselte Koffer, die vollgepackter sind, als ihre Besitzer glauben. Drei Menschen, die vor großen Herausforderungen stehen. Und ein junger Mann vom Gepäckdienst, der schon auf sie wartet.

Mein Eindruck:

Ein wunderschöner Debütroman. Drei unterschiedliche Menschen kreuzen sich am Flughafen und vertauschen ihre Koffer untereinander. Doch was hat der nette Gepäckboy damit zu tun und was haben die drei gemeinsam außer eines vertauschten Gepäckstücks? Als allen nach und nach bewusst wird, dass sie den falschen Koffer erwischt haben, bricht für jeden einzelnen eine Welt zusammen. Alle befinden sich in Situationen, in denen sie auf ihr Gepäckstück angewiesen sind. Jeder brauch seinen Koffer aus unterschiedlichen Gründen zurück. Erst als sie am mit dem Gepäckträger verabredeten Ort erscheinen, wird dem Leser klar, dass es hier um viel mehr als ein Vertauschen geht. Alle drei Protagonisten haben seit Jahren seelisches Gepäck zu tragen. Das müssen sie jedoch erst einmal erkennen, sich damit auseinander setzen und aktiv versuchen, ihre Situation zu ändern. Der Gepäckträger nimmt sie dabei an die Hand und hilft ihnen ihre Lebenssituationen zu analysieren. Das passiert mit so viel Hingabe und Gefühl, dass der Kofferboy beinahe göttlich anmutet. Die drei haben so menschliche Probleme, dass sich wohl jeder an jemanden erinnert fühlt, der mit ähnlichem zu kämpfen hat, bzw. sich an die eigene Nase fassen kann. Doch wie gehen wir und unsere Protagonisten damit um? Und schaffen es sie die Probleme zu fokussieren und aufzulösen? Das Buch ist schnell gelesen, wirkt aber nach. Es gleicht einer Fabel, welche uns die Instrumente an die Hand gibt, unsere Probleme anzupacken. Auf dass unser Gepäck leichter wird.

 

Karolin Jäger – Buen Camino … du mich auch*

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Inhalt:

»Mittlerweile überholten mich bereits die 80-Jährigen, und ihr ›Buen Camino‹ begann, in meinen Ohren hämisch zu klingen. Ja, von wegen ›buen‹! Bitte, wo ist dieser Weg gut? Mir war schon lange das Zurückgrüßen vergangen. Mit jedem weiteren Pilger, der mich überholte und mir diese Worte an den Kopf knallte, musste ich mehr an mich halten, um nicht mit ›shut up‹ zu kontern.« Karolin Jäger braucht eine Auszeit. Gefrustet von ihrem Job und nicht sicher, wo für sie die Lebensreise hingehen soll, begibt sich die 27-jährige Krankenschwester auf den Jakobsweg. Aber nirgends steht geschrieben, dass die legendäre Wanderung nach Santiago und zu sich selbst ein Spaziergang ist …

Mein Eindruck:

Ich habe bereits mehrere Bücher und Erfahrungsberichte über den Jakobsweg gelesen. Allesamt haben mich begeistert. Diese Pilgerreise ändert Einstellung, Körper, Geist und Leben. So auch wieder bei der Autorin, die über ihren eigenen Marsch berichtet, der sie defintiv an ihre Grenzen brachte, aber eben auch darüber hinaus. Dabei ist sie erfrischend jung, frech und ehrlich, da macht es Spaß sie zu begleiten und ihren Schilderungen zu folgen. Sei es bei der Suche nach der nächsten Unterkunft, bei den unterschiedlichsten Bekanntschaften oder auch beim Eingestehen der eigenen Schwächen. Ich mag die Aufteilung der Kapitel sehr, die immer einen Tag, sowie dem zugehörigen Wegteil beschreiben, so fliegt man nur so durch die Erzählung. Immer wieder kristallisiert sich heraus, dass es ein Paar komplett unterschiedlicher Schuhe ist, vom Camino nach Santiago de Compostela zu lesen oder ihn schlussendlich selbst zu gehen. Immer wieder erfährt man Neues über Tipps und Tricks, den Weg zu bestreiten. Toll auch die Top 3 Rankings am Ende des Buches, sowie die überraschend weitreichenden Änderungen im Leben der Autorin. Mehr als einmal habe ich mit ihr gelitten, hatte selbst Schmetterlinge im Bauch oder spürte die Freude über Natur und Begegnungen, sowie den Stolz auf sich selbst. Auch wenn ich über ein paar Wesenszüge der Autorin nur lächeln kann (Lidstrich und Mascara beim Pilgern?!), erscheint sie mir doch sehr sympathisch, sodass ich mir bei einem Treffen das „Buon Camino“ gespart und ihr ein paar Schmerzmittel gereicht hätte, sowie lieber mit ihr über ihre hübschen Schuhe ins Gespräch gekommen wäre und sie vor streunenden Hunden gerettet hätte. Eine tolle, starke Frau, die alleine los zog, um so viel reicher zurückzukehren.

 

Sibylle Berg – GRM*

Unknown

Inhalt:

„GRM“ beginnt im England einer nahen Zukunft, wo der Neoliberalismus besonders gründliche Arbeit geleistet hat. Die Helden: vier Kinder, die nichts anderes kennen als die Realität des gescheiterten Staates. Die Hoffnung, in die sie sich flüchten, ist Grime, kurz GRM. Grime ist die größte musikalische Revolution seit dem Punk. Als die vier begreifen, dass es zu Hause keine Zukunft für sie gibt, brechen sie nach London auf. Jeder, der sich hier einen Registrierungs-Chip einpflanzen lässt, erhält ein wunderbares Grundeinkommen. Die Bevölkerung lebt in einer perfekten Überwachungsdiktatur. Die vier Kinder aber versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Sie starten ihre eigene Art der Revolution.

Mein Eindruck:

Puh. Mir fällt es nicht so leicht, meinen Eindruck über dieses Buch zu vermitteln. Es ist sehr lang und man muss sich da erstmal durchlesen und dann auch noch die Stimmung des Buches ertragen können. Die Schilderung der Zukunft zu verkraften, ist nicht so einfach, da sie so realistisch daher kommt. Einige beschriebene Dinge, die zum Zeitpunkt des Erscheinens noch völlige Dystopie sind, traten mittlerweile leider so ein. Zumindest denkt man während der kompletten Erzählung „Ja, verdammt, genau so könnte es kommen, dahin könnte sich unsere Gesellschaft entwickeln“. Wenn die Zukunft von einer Gesellschaft geprägt ist, die sich dermaßen Richtung Abgrund entwickelt, möchte ich der jetzigen Generation gerne das Buch in die Hand drücken mit der dringenden Botschaft „Lasst es nicht so weit kommen, macht es besser!“. Die Entwicklungen sind krass, frappierend und erschreckend. Kritisches Hinterfragen kennt man bereits aus diversen anderen Publikationen, Sibylle Berg jedoch bläst dem Leser den Kopf weg. Wenn man es nicht mit unglaublich viel Sarkasmus und grotesker Ironie liest, droht man in eine Depression abzurutschen. Ich hoffe die Menschheit wird nochmal richtig aufgerüttelt, ehe es so weit kommt, wie die Autorin schildert. Trotzdem sind mir einige Passagen zu detailliert beschrieben, die Story kommt vom Hundertsten ins Tausendste, was ich ab und an etwas anstrengend fand und was meinen Lesefluss beeinträchtigte. Eine klare Handlung, wie man es von den meisten Romanen gewohnt ist, fehlt. Der Blick ist eher aufs große Ganze gerichtet und beschreibt eine womögliche Ist-Situation. Ich kann immer noch nicht sagen, wie ich es fand. Jedoch ist ein Denkprozess gestartet und nichts anderes mag Sibylle Berg erreicht haben wollen. Kein Buch, das gefallen will, nichts für Nebenher, keine leichte Kost. Aufwühlend, wütend und brutal – das muss man abkönnen.

 

Elizabeth Gilbert – City of Girls*

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Inhalt:

Das Leben ist wild und gefährlich. Wer sich ihm kopfüber anvertraut, gerät in einen Wirbel von Leidenschaft und Liebe. So geschieht es Vivian, die aus der Provinz in die große Stadt geschickt wird. Über Nacht findet sie sich im Glamour New Yorks wieder – in den turbulenten Vierzigern mit Musicals, Bars, Jazz und Gangstern. Als ihr im Privaten ein Fehler unterläuft, kommt es zu einem öffentlichen Skandal, der ihre Welt auf den Kopf stellt. Sie wird Jahre brauchen, um ihn zu verstehen.
Vivian findet schließlich einen Anker in ihrer besten Freundin Marjorie. Gemeinsam eröffnen sie das exklusivste Schneideratelier der Stadt. Tagsüber näht Vivian mit Hingabe und Phantasie die schönsten Brautkleider Manhattans, abends feiern sie gemeinsam Partys auf dem Dach. Und sie findet einen Weg, alles wieder gut zu machen, ohne sich untreu zu werden

Mein Eindruck:

So ein wundervolles Buch! Wir begleiten Vivian ab ihrem 19. Lebensjahr, als sie aus der Provinz nach New York zieht. Und hier geht die Geschichte so richtig los. Vivian findet sich in einer turbulenten Welt aus Glamour, Musicals, Theater, Nachtleben, Alkohol und Sex wieder. Das alles spielt im New York der 40er Jahre. Ein Leben aus Spaß und Abenteuer, zwischen Männern, Showgirls und BlingBling – Vivian geht komplett darin auf, bis sie einen Fehler begeht, der sie prägt. Wir sind dabei, wie Vivian vom naiven Kind zur erwachsenen Frau wird und sich dabei immer abseits der Norm bewegt. Wir begleiten sie als sie ihr Gesicht verliert, genauso wie sie ihre Ehre wiedererlangt, bis ins hohe Alter dürfen wir an ihrem Leben teilhaben, staunen und seufzen. Ein Buch über das Erwachsenwerden, den Showbiz, das Andersein, über Freundschaft, Familie, Glamour und Krieg. Ich konnte es gar nicht weglegen. Die Autorin nimmt sich so viel Zeit das Bild der Protagonitin zu zeichnen, dass man denkt, man sei selbst an ihrer Seite. Sie ist eine Sympathieträgerin, obwohl – oder gerade weil – sie ihren eigenen Weg geht, der nicht in die vorgelaufenen Pfade der Gesellschaft passt. Mit Witz und einer riesigen Portion Charme wickelt uns Vivian um den Finger. Das Portrait einer Frau, die weiß was sie will, die ein Leben lang lernt und auf ihr Tun zurückblickt. Ebenso ein Einblick auf New York City um Wandel der Zeit. Einfach atemberaubend, einfach herrlich, einfach reizend und voller Details, Herz und Weisheiten. Ein voller Erfolg. Absolute Leseempfehlung!

 

B.C. Schiller – Böses Schweigen*

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Inhalt: 

»Bitte hilf mir« Diese dramatischen Zeilen erhält Levi Kant mitten in der Nacht von einem mysteriösen Boten. Als er entdeckt, wer die Verfasserin des Briefes ist, nimmt eine grausame Geschichte ihren Lauf. Levi stellt mit Entsetzen fest, dass die Schauspielerin Sophie Bernstein bereits vor drei Jahren brutal ermordet wurde. Ein Täter wurde nie gefasst und über ihren Tod wird geschwiegen. Zusammen mit der Psychiaterin Olivia Hofmann beginnt Levi zu ermitteln. So beginnt für alle die Reise in eine böse Vergangenheit. Denn Olivia sucht noch immer nach ihrem Mann und ihrer Tochter Juli, die vor Jahren verschwanden. Eine neue Spur führt sie zu einem Priester, der die Wahrheit über das Verschwinden ihrer Familie weiß, aber sein Schweigen nicht brechen darf…

Mein Eindruck:

Die Geschichte und deren Idee gefiel mir gut. Ein im Nationalsozialismus gestohlenes Bild und ein „Fluch“ der darauf lastet. Die rechtmäßige Erbin des Gemäldes ist auf der Suche nach dem Beweis für die wahren Besitzer und wird ermordet. Die Familie, in deren Besitz sich das Kunstwerk nun befindet, ereilen seitdem Schicksalsschläge. Das wäre schon eine Geschichte, die eines Buches wert ist. Zusätzlich bekommt aber ein Polizist außer Dienst einen Hilferuf der ermordeten Sophie und rückt mit seinen Wurzeln auch auf die Bühne des Geschehens. Passt soweit, schließlich besitzt er etwas, das zur Aufklärung helfen kann. Seine Frau bekommt noch einen Platz als Nebendarstellerin und ihre Ehe mit Geheimnissen und Problemen rückt ebenfalls ab und an ins Rampenlicht. Damit jedoch nicht genug, tut sich Der Ex-Polizist mit der Psychiaterin von Sophie zusammen, um den Cold Case zu lösen. Doch natürlich hat diese ebenso Probleme, die auch noch Thema des Buches werden. Meiner Meinung nach wäre dieser Erzählstrang jedoch nicht nötig gewesen und trägt zur Entwicklung des Buches nur wenig bei. (Ich sage jetzt gar nichts über die kurzen Episoden von ihrem Vater oder einer ihrer Patientinnen, die auch noch mit verwoben werden). Das war mir alles in allem ein bisschen zu viel und auch ein wenig zu instruiert. Daher auch der Abzug. Dennoch war das Buch gut zu lesen und hatte überraschende Momente, mit denen ich nicht direkt gerechnet habe. Ich war also nicht schlecht unterhalten, werde mich aber vermutlich auch nicht länger an das Buch erinnern.

 

John Ironmonger – Der Wal und das Ende der Welt*

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Inhalt:

Ein kleiner Ort in Cornwall, eine große Geschichte über die Menschlichkeit
Eines Morgens retten die Bewohner des idyllischen Fischerdorfs St. Piran einen jungen Mann aus dem Wasser. Alle kümmern sich rührend um ihn: der pensionierte Arzt Dr. Books, der Strandgutsammler Kenny Kennet, die Romanautorin Demelza Trevarrick und Polly, die hübsche Frau des Pastors. Doch keiner von ihnen ahnt, wie existenziell ihre Gemeinschaft vermutlich bedroht ist. Denn Joe ist aus London geflohen, wo er einen Kollaps in Gang gesetzt hat. Aber steht wirklich das Ende der ganzen Zivilisation bevor? Und was ist mit dem Wal, der in der Bucht von St. Piran viel zu nah am Strand schwimmt?

Mein Eindruck:

Ich war mehr als erstaunt, als in diesem Buch von 2019 ein ähnliches Szenario beschrieben wird, wie wir es mit Corona gerade erleben. Ein Virus macht sich über den Erdball breit, Panik und Hamsterkäufe bei den Menschen, viele Tote, das Ende der Welt scheint bevorzustehen. Ein Wissenschaftler Joe hat dies berechnet und landet nach einer Verzweiflungstat in einem kleinen Dorf in Cornwall. Dort drehen sich die Uhren noch anders, der Virus ist noch nicht angekommen und da die Bewohner Joe das Leben gerettet haben und ihn in ihrer Mitte aufgenommen haben, fühlt er sich seit langem wieder zuhause. So investiert er seine kompletten Ersparnisse, um einen Lebensmittel-Vorrat für den ganzen Ort anzulegen. Wir erleben, wie das Dorf zusammenhält, wie jeder noch jeden kennt und füreinander da ist. Freundschaften, Liebe, Entschleunigung und der Umgang miteinander stehen im Kontrast zur schnelllebigen Welt, die vom Virus dahingerafft wird. Mir hat der Anfang des Buches mehr zugesagt, als das Ende, welches mir zu sehr wie im Märchen erschien. Zum einen machte das Dorf einen Anschein von absoluter Harmonie, zum anderen war die Geschichte rund um den Protagonisten vielleicht ein wenig zu weit hergeholt. Schöne Unterhaltung, jedoch hat mich die Parallele zur Covid-19-Situatin am meisten beeindruckt.

 

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