Bücherliste Januar

Daniel Glattauer – Geschenkt

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Inhalt:

Gerold Plassek ist Journalist bei einer Gratiszeitung, und auch sonst war sein Leben bislang frei von Höhepunkten. Manuel, 14, dessen Mutter Alice für ein halbes Jahr im Ausland arbeitet, sitzt bei ihm im Büro, beobachtet ihn beim Nichtstun und ahnt nicht, dass Gerold sein Vater ist. Gerold selbst weiß es erst seit kurzem – und er hat sich von diesem Schock kaum erholt, als noch mehr Bewegung in sein Leben kommt: Nach einer von ihm verfassten Zeitungsnotiz über ein überfülltes Obdachlosenheim trifft dort eine anonyme Geldspende ein. Der Anfang einer geheimnisvollen Spendenserie, die Gerold offensichtlich mit seinem Schreiben beeinflussen kann. Langsam beginnt Gerold sich mit dem Leben zu versöhnen …

Mein Eindruck:

Eines ist der Roman gewiss, vor allem das Ende. Und gerade das hebt das ganze Buch noch ein Stück empor in den Lesehimmel. Die Geschichte über den antriebslosen Journalisten Gery der überraschend von seinem 14jährigen Sohn und gleichzeitig beruflich einen Aufschwung erfährt, ist salopp erzählt und hat auf der Metaebene dennoch eine Menge Tiefgang. Der Protagonist sieht seinen eigenen Horizont, doch der Leser weiß und fühlt mehr. So ist das Buch lustig, unterhaltsam und geht dennoch unter die Haut.

 

Tim Boltz – Zonenrandkind

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Inhalt:

Deutsche Provinzjugend unplugged – das Porträt eines Zonenrandkindes von Bestsellerautor Tim Boltz. »Wir hatten damals ja nichts – nicht einmal einen richtigen Krieg.«
Ausgerechnet im osthessischen Zonenrandgebiet pubertieren zu müssen, ist in den 80er Jahren ein desillusionierendes Unterfangen für Franky Breuning. Es gibt weder Fast-Food-Restaurants noch Kabelnetz – dafür Zeltdiscos, Achselbehaarung und paarungsunwillige Mädchen. Hier hört alles auf und nichts Neues beginnt.
Doch gerade als Franky glaubt, dass er alle Herausforderungen gemeistert hat, geschieht es: Die Mauer fällt. Und plötzlich fliegen die schönen Töchter des Ostens auf Franky, bereit zur Wiedervereinigung …

 

Mein Eindruck:

Ich habe oft herzlich und laut gelacht! Wundervoll, wie der Autor die Eigenarten der Umgebung und der Menschen hier beschreibt. Redewendungen, Gegebenheiten, Lokales – alles konnte ich nachvollziehen und abnicken – ja, genau so war es und ist es teilweise noch heute! Ich habe so vieles wiedererkannt und war dadurch herrlich amüsiert. Jedoch habe ich mich auch gefragt, wie es für Leser ist, die nicht aus unserer Umgebung kommen und ob es für die immer noch so lustig ist. Ohne emotionalen und regionalen Bezug hätte ich die Geschiche vermutlich über Längen ein wenig zu plump und abgedroschen gefunden, andererseits war im Teenageralter eben das andere Geschlecht, Alkohol und Parties am wichtigsten. Hätte ich das Buch gelesen, wenn ich z. B. aus Hamburg wäre, gäbe es vermutlich ein Sternchen Abzug, aber so war es einfach köstlich.

 

Vea Kaiser – Rückwärtswalzer

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Inhalt:

Im Fiat Panda Richtung Balkan
Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Fiat Panda von Wien bis auf den Balkan. Auf der Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander. Mirl, die älteste Schwester, musste nach dem Krieg früh Verantwortung übernehmen und wollte nur weg vom Land. Wetti interessierte sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Und Hedi zerbrach fast an einem Schicksalsschlag, kurz bevor sie Willi traf. Doch stets waren die drei Schwestern füreinander da.

Mein Eindruck:

Ich liebe Bücher, die auf intensiv auf die vorahndenen Charaktere eingehen, sich Zeit lassen und dennoch nicht langweilig werden. Wir hören die Geschichte von 4 Geschwistern, die sich nach und nach im Buch aufbaut. Das ist mit vielen Zeitsprüngen verbunden, zudem muss man erstmal durchsteigen, wer wer ist, aber dann liest es sich einfach herrlich! Die schrulligen Schwestern haben wundervolle Eigenarten, die sie einfach sympathisch machen. Sie sind unterwegs auf einer Mission, doch wer denkt, dass dies die eigentliche Geschichte ist, irrt. Viel mehr wird das komplette Leben der Geschwister mit allen Höhen und Tiefen beleuchtet, man erfährt immer ein wenig mehr und zum Ende setzt sich das Puzzle zusammen. Außerdem machen die Protagonisten auf ihrer Reise eine Entwicklung durch, die am Ende wunderbar zusammengefasst wird. Ich hatte sehr viel Spaß mit der Familie Prischinger!

 

M.J. Arlidge – Eene Meene: Einer lebt, einer stirbt

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Inhalt:

Zwei Geiseln. Eine Kugel. Die Entscheidung: tödlich.
Ein perfider Killer kidnappt Paare. Die Opfer wachen orientierungslos auf, gefangen in einem Raum, in dem niemand ihre Schreie hört. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit, nur eine Waffe und eine Botschaft des Entführers: Entweder sterben beide einen natürlichen, qualvollen Tod oder einer bringt den anderen um und ist frei.
Detective Inspector Helen Grace und ihr Team ermitteln fieberhaft, denn die Abstände zwischen den Taten werden kürzer: ein Liebespaar verschwindet, zwei Arbeitskollegen unauffindbar, dann Mutter und Tochter. Helen sucht verzweifelt nach Zusammenhängen zwischen den Opfern und gelangt zu einer verstörenden Erkenntnis.

Mein Eindruck:

Zwei Menschen, eine ausweglose Situation und eine Pistole, einer muss sterben, um den anderen zu retten. Welch perfides Szenario! Ein wenig erinnert es an Bekannte Film-Serien und doch war es überraschend anders. Die einzelnen Charaktere hätten für mich noch ein wenig mehr ausgeleuchtet werden, jedoch war das Buch unterhaltsam und überraschend. Mit dem Ende und der Enthüllung des Täters hätte ich jedoch nicht gerechnet. Zudem hat man trotz der Widrigekeiten Mitegfühl mit dem Mörder entwickelt. Krasse Szenerie!

 

Anonymus – Warnung aus dem Weißen Haus

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Inhalt:

Niemand, der bisher über Trump geschrieben hat, war ihm so nah wie Anonymus. Der hochrangige Regierungsmitarbeiter berichtet aus dem innersten Kreis von schockierenden Verfehlungen des US-Präsidenten und erschreckenden Zuständen im Weißen Haus: Donald Trump führt sein Amt herrisch, unkonzentriert, inkompetent, unmoralisch und unberechenbar. Anonymus` Plan, Trump zusammen mit anderen Eingeweihten unter den Regierungsmitarbeitern zu bändigen, ist gescheitert. Es ist offenkundig: Der mächtigste Mann der Welt ist nicht steuerbar.
So bleibt dem Whistleblower nur dieser radikale und gefährliche Schritt: Um seinem Land zu dienen, muss er sich gegen Trump stellen und wird dafür verfolgt. Dieses Buch der Stunde zum US-Wahlkampf ist der dringende Appell, eine zweite Amtszeit unter allen Umständen zu verhindern.

Mein Eindruck:

Nicht mein erstes Buch über den amtierenden Präsidenten und wieder schockierend. Es handelt sich um Tatsacheberichte eines Angestellten, der verständlicherweise anonym bleibt. Somit ist das Buch authentisch und schildert die Realität, bei der man sich jedoch nur zu oft wünscht, es handele sich um Satire. Donald Trump wird einmal mehr als dickköpfiges Kind charakterisiert, welches sauer mit den Füßen stampft (und – leider – noch schlimmer), wenn er seinen Willen nicht bekommt oder sich jemand erdreistet, anderer Meinung als er zu sein. Wirklich erschreckend, wie ein solcher Mensch so viel Macht haben kann. Das Buch möchte aufrütteln und für die kommende Präsidentschaftswahl sensibilisieren.

 

Mike Pearl – Was wirklich passiert, wenn…

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Inhalt:

Viele Zukunftsszenarien jagen uns Angst ein: Was wäre, wenn ein Atomkrieg ausbräche, die Fische ausstürben oder es kein Öl mehr in Saudi-Arabien gäbe? Und auch positive Gedankenspiele können uns verunsichern: Was wäre, wenn jeder Mensch unsterblich wäre oder es keine Schlachthöfe mehr gäbe? Mike Pearl liefert das beste Rezept gegen unsere Angst: detailliertes Wissen. Er nimmt zahlreiche mögliche Ereignisse unter die Lupe und zeigt mit Hilfe von Experten, was in solchen Fällen passieren würde. Dabei wird klar: Die meisten Szenarien sind bei näherer Betrachtung gar nicht mehr so beängstigend. Und: Die Zukunft ist besser als ihr Ruf!

Mein Eindruck:

Der Autor entführt uns in diverse Szenarien, über die man sich immer schon mal Gedanken gemacht hat und die wahrscheinlich irgendwann eintreten werden. Jedoch geht er weiter und beschreibt sachlich, was denn passieren würde, wenn es so weit ist. Mit Wahrscheinlichkeitsanalysen und fundierter Wissenschaft bedient er sich der eigenen Meinung, sowie fachlicher Kompetenzen und beleuchtet Fragen wie: Was passiert, wenn das Internet zusammenbricht, wir kein Fleisch mehr essen, der nächste Supervulkan explodiert oder der nervöse Finger über dem Atombombenknopf zuschlägt. Wirklich interessant, welche Folgereaktionen möglich und realistisch sind. Das Buch ist wirklich informativ, besitzt durch imaginäre Einleitungen zu jeder Frage einen gewissen, sarkastischen Witz und klärt über die unterschiedlichsten Szenarien auf. Ab und an wurde es mir ein wenig zu wissenschaftlich, weshalb der Lesefluss ein wenig gestört war. Deshalb ein ganz kleiner Bewertungsabzug für mich als „einfacher Leser“. Sollten Experten das Buch lesen, wird dieser Punkt eventuell eher positiv ausgelegt.

 

 

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