Bücherliste April

Bridget Collins – Die verborgenen Stimmen der Bücher

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Inhalt:

Jeder braucht eine Geschichte – auch wenn es schmerzhaft ist.
Emmett Farmer arbeitet auf dem Hof seiner Eltern, als ein Brief ihn erreicht. Er soll bei einer Buchbinderin in die Lehre gehen. Seine Eltern, die wie alle anderen Menschen Bücher aus ihrer Welt verbannt haben, lassen ihn ziehen – auch weil sie glauben, dass er nach einer schweren Krankheit die Arbeit auf dem Hof nicht leisten kann. Die Begegnung mit der alten Buchbinderin beeindruckt den Jungen, dabei lässt Seredith ihn nicht in das Gewölbe mit den kostbaren Büchern. Menschen von nah und fern suchen sie heimlich auf. Emmett kommt ein dunkler Verdacht: Liegt ihre Gabe darin, den Menschen ihre Seele zu nehmen? Nach dem plötzlichen Tod der Buchbinderin erkennt der Junge, welch Wohltäterin sie war – und in welche Gefahr er selbst geraten ist.
Ein unvergleichliches Buch über die Macht der Erinnerung, verbotene Liebe und darüber, was das Menschsein bedeutet: Geschichten zu erzählen.

Mein Eindruck:

Ein Buch, welches sich viel Zeit lässt. Zeit für die Geschichte, die Vorgeschichte, die Geschichte in der Geschichte, die einzelnen Charaktere, deren Gefühle, die Handlung. Das muss man mögen. Ich mag es, wenn einer Erzählung so viel Zeit zugestanden wird. Es passiert viel, man wird vertrauter mit den Protagonisten. Die Idee, dass Menschen sich und ihre Erinnerungen binden lassen und daraus Bücher entstehen ist faszinierend. Dass es in Buch aber eher nebensächlich darum geht, wurde mir erst beim Lesen klar. Vielmehr geht es um Gefühle, verbotene Liebe und die Macht, die mit dieser einher geht. Sehr einfühlsam und liebevoll geschildert. Einen Punkt Abzug gibt es lediglich für kurzzeitig aufkommende Langatmigkeit.

 

Christian Hanne – Hilfe, ich werde Papa!

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Inhalt:

Sie bekommt ein Kind – und er die Krise! Was in den nächsten Monaten alles auf den werdenden Vater wartet und wie man diese abenteuerliche, nervenaufreibende und wunderbare Zeit am besten überlebt, erzählt Christian Hanne, Autor des erfolgreichen Blogs „Familienbetrieb“. Schonungslos ehrlich und herrlich komisch verrät er in diesem Schwangerschaftsbuch für Männer einfach alles, was Väter schon immer über Schwangerschaft wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten.

Mein Eindruck:

Sie bekommt ein Kind – und er die Krise! Was in den nächsten Monaten alles auf den werdenden Vater wartet und wie man diese abenteuerliche, nervenaufreibende und wunderbare Zeit am besten überlebt, erzählt Christian Hanne, Autor des erfolgreichen Blogs „Familienbetrieb“. Schonungslos ehrlich und herrlich komisch verrät er in diesem Schwangerschaftsbuch für Männer einfach alles, was Väter schon immer über Schwangerschaft wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten.

 

John Irving – Garp und wie er die Welt sah

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Inhalt:

Die Welt des Schriftstellers Garp ist bevölkert von Lehrern und Huren, Spießern und Randexistenzen, Verlagslektoren und Mördern, Transsexuellen und Sittenstrolchen, Männern, Frauen und Kindern – grotesk, brutal, banal, perfide. Ein Pandämonium: unsere Welt. Diese Geschichte ist so absurd, so komisch, so tränentreibend, so kühl und sachlich, so wirklich und genau, dass man das Buch nicht mehr loswird.

Mein Eindruck:

Mein zweiter Irving und nach Owen Meany wieder ein Volltreffer. Wir lernen anfangs Garps Mutter und später dann auch ihn kennen. Das Buch geht zeitlich so weit, dass wir zusätzlich noch Garps Frau und Kinder, sowie deren Geschichten kennenlernen dürfen. So handelt es sich um eine ganze Biografie der Familie Garp. Hier wird sich Zeit gelassen, auf jede Person mit viel Liebe und Details einzugehen, zudem gibt es in der Geschichte noch Nebenhandlungen, die die Bücher von Autor Garp beschreiben. Ich war wieder fasziniert von den grotesken Personen und deren Leben, Irving schafft es wie kein anderer Menschen und deren Leben zu skizzieren und detailreich zu beschreiben. Volle Punktzahl!

 

Rachel Joyce – Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

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Inhalt:

Mister Frank hat eine besondere Gabe: Er spürt, welche Musik die Menschen brauchen, um glücklich zu werden. In Franks Plattenladen in einer vergessenen Ecke der Stadt treffen sich Nachbarn, Kunden und die anderen Ladenbesitzer der Straße und hören Klassik und Jazz, Pop und Punk. Keiner weiß, wie lange sie hier noch überleben können. Da taucht eines Tages die Frau in Grün vor Franks Schaufenster auf. Sosehr er sich auch bemüht, Frank kann einfach nicht hören, welche Musik in ihr klingt …

Mein Eindruck:

Es gibt Bücher, bei denen würde man gerne den Textmarker zücken und schöne, besondere Passagen markieren. So ging es mir bei diesem auch. Es umgibt ein herrlicher Zauber, nämlich der, den man kennt, wenn man absolut verrückt nach Musik ist. Musik als Lebenselixier und sogar als Lebensinhalt. So auch beim Protagonisten Frank, der einen Plattenladen besitzt und dessen Welt durch eine Frau auf den Kopf gestellt wird. Das klingt klischeehaft? Ist es auch, ebenso unrealistisch und ein wenig weit hergeholt, aber dennoch zauberhaft. Zumindest, wenn man so musikaffig ist wie ich. Denn mich hat das Buch und die Geschichte um Frank und die Musik berührt. Zwischendurch wurde es mal ganz kurz ein wenig langatmig, aber das wunderschöne Finale konnte diese „Dürre“ wieder ausgleichen. Durch Gegenwart und Vergangenheitsrückblicke lernen wir den Plattenladenbesitzer besser kennen und springen zum Ende auch noch mehr als ein Jahrzehnt weiter. Ich mochte es!

 

Jenny Erpenbeck – Gehen, ging, gegangen

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Inhalt:

Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind.
Jenny Erpenbeck erzählt auf ihre unnachahmliche Weise eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

Mein Eindruck:

Was für ein Buch! Ich habe es geschenkt bekommen und dachte aufgrund des Klappentextes erst einmal, dass es wohl eher nichts für mich ist. Mitnichten! Der Klappentext wird dem Inhalt des Buches nicht im Geringsten gerecht! Dieses Buch sollte Pflichtlektüre werden. Die Autorin schafft es auf eine unglaubliche persönliche und einfühlsame Art das Thema „Refugees“ zu behandeln, dass selbst die hartherzigsten Gegner schlucken müssen. Auf den letzten Seiten hatte ich tatsächlich Tränen in den Augen – denn diese Geschichte ist nur ein Stellvertreter für zahlreiche Schicksale, die wir gerne Kleinreden, verallgemeinern oder gar totschweigen. Auf eine sehr intelligente Weise schafft es Jenny Erpenbeck, uns die Thematik rund um Flüchtlinge, Schleuser und Aufenthaltsgenehmigungen näher zu bringen und zwar nicht auf die trockene Weise, sondern auf Gefühlsebene und dennoch mit fundierten Fakten. Mich hat es sehr berührt und obwohl ich mich als aufgeschlossenen Menschen empfinde, kam auch ich nicht umhin des Öfteren über Gedankenanstöße zu staunen, auf die ich so auch noch nicht gekommen bin. Absolute, vollkommene Leseempfehlung und ein Aufruf zu viel mehr Menschlichkeit und aufgeschlossenem Miteinander!

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